Psychologische Aspekte einer Diät

dietWas man von der ernährungstechnischen Seite machen muß um abzunehmen, habe ich schon in ein paar Artikeln geschrieben. In diesem Artikel möchte ich speziell darauf eingehen, wie Sie sich bei einer Diät motivieren können und was es aus psychologischer Sicht noch zu beachten gibt.

Abnehmen beginnt im Kopf!

Wenn Sie Gewicht verlieren wollen ist es das allerwichtigste das Sie es auch wirklich wollen und zwar nicht nur eben so ein bisschen. Nein, Sie müssen es wirklich von ganzem Herzen wollen. Der ganze Erfolg einer Diät hängt tatsächlich nur von diesem einen Punkt ab, wenn Sie etwas wirklich wollen, dann können Sie alles erreichen, egal ob es 10 kg oder 100 Kilo sind die Sie abnehmen wollen. Obwohl sich eigentlich nur an der Motivation entscheidet, ob eine Diät Erfolg hat oder nicht, ist es dennoch nicht leicht sie durchzuziehen. Die schwierigste Zeit ist wie bei vielem der Anfang. Wenn Sie die ersten 2 Wochen geschafft haben, wird es Ihnen von da an immer leichter fallen.

Zum einen wird Ihr Hunger von Woche zu Woche weniger da sich der Magen wieder verkleinert, zum anderen sind wir Menschen Gewöhnungstiere und gewöhnen uns auch an eine Diät oder andere Dinge die uns zunächst nicht gefallen. Ich habe schon mehrere Diäten hinter mir, gerade jetzt wäre übrigens auch mal wieder eine fällig. Bei meiner erfolgreichsten Diät habe ich 25 Kilo in drei Monaten verloren. Wie ich das geschafft habe? “Ganz einfach”, ich habe in der Zeit kaum was gegessen und jeden Tag Hanteltraining und eine Stunde Ausdauertraining absolviert. Am Anfang wog ich 110 Kilo und danach nur noch 85 Kilo bei ca. 5,5% Körperfett. Diese Art von Diät ist natürlich nicht zu empfehlen, Aufgrund der extrem geringen Nahrungsmenge die ich zu mir genommen habe. Ich habe aber in dieser Zeit ein paar Dinge über mich und meinen inneren Schweinehund gelernt.

Mir fiel es am Anfang auch sehr schwer gerade das Ausdauertraining und das ständige Magenknurren zu ertragen, als ich aber eine gewisse Zeit geschafft habe, ich glaube es war nach etwa 2 Wochen, konnte ich ohne das Training und dem Magenknurren nicht schlafen. Wenn der Magen knurrte wusste ich für mich, dass ich abnehme. Wie gesagt, diese Story ist schon ein wenig zu extrem, was ich aber damit sagen will ist, dass Sie sich daran gewöhnen werden. Vor allem wenn Sie die ersten Erfolge sehen, nichts ist ein größerer Motivationsschub als wenn Sie die ersten Kilos weniger auf der Waage sehen und auch schon die ersten Veränderungen im Spiegel feststellen. Gewöhnlich ist es aber so das Sie zuerst Erfolge auf der Waage und dann erst im Spiegel sehen, gerade wenn Sie sehr viel abnehmen müßen bzw. wollen.

Ich habe ein paar Tipps für Sie zusammengestellt die Ihnen dabei helfen werden, Ihre Diät vom Anfang bis zum Ende motiviert durchzuziehen.

1. Die Ziele vor Augen haben

Erinnern Sie sich selbst an Ihre Ziele indem Sie auf einen Zettel schreiben, wann Sie bei welchem Gewicht angefangen haben und was Ihr Ziel ist. Am besten das Ziel mit einem Wunschgewicht und einem Zeitpunkt, zu dem dieses erreicht werden soll definieren. Setzen Sie sich aber realistische Ziele, ein Gewichtsverlust von 25 Kilo in drei Monaten ist zu hoch angesetzt, da Sie dafür Ihre Diät zu extrem gestalten müßten was ich nicht empfehle. Ich halte ein Ziel von ca. 12-15 Kilo in drei Monaten für wesentlich vernünftiger.

2. Schreiben Sie Ihre Fortschritte auf

Es ist wichtig das Sie Ihre Diät überwachen,nehmen Sie sich daher auch einen Zettel auf den Sie Ihre Fortschritte schreiben. Fangen Sie am ersten Tag der Diät damit an und schreiben Sie einmal in der Woche die Fortschritte auf. Auch das wird Sie motivieren, selbst wenn es mal etwas langsamer geht und Sie vielleicht mal nicht soviel abgenommen haben wie Sie sich erhofft haben. Bei meiner letzten Diät hatte ich sogar mal eine Woche wo ich nichts verloren habe, dass wollte ich aber nicht nochmal haben und habe mich somit mehr angestrengt. Es gibt neben den Fortschritten, die Sie aufschreiben sollten, noch weitere Motivationshilfen die Sie aufschreiben oder ausdrucken können.

Ich habe mir zum Beispiel einen Text ausgedruckt, den ich ich zwei Bereiche aufgeteilt habe. Auf der linken Seite habe ich die Vorteile aufgelistet schlank zu sein. Auf der rechten Seite habe ich die Vorteile aufgeschrieben dick zu sein bzw. zu essen. Auf der linken Seite finden sich viele Vorteile wie z.B. man ist fitter, gesünder, attraktiver, man kann wieder anziehen was man möchte usw. Auf der rechten Seite dagegen steht kein Vorteil. Vielleicht könnte man rechts hinschreiben das man während des essens glücklich ist, aber auch das ist sicherlich kein wirklicher Vorteil, denn meistens setzt sofort nach dem Essen die Frustration ein das man wieder gesündigt hat. Bei mir setzte das Gefühl der Frustration sogar schon manchmal während dem Essen ein. Wenn ich z.B. eine Partypizza gegessen habe, war ich nach etwa der Hälfte schon frustriert.

3. Seien Sie Ihres Schicksals Schmied

Es ist sehr schwer nein zu sagen wenn man bekocht wird. Selbst wenn man normalerweise motiviert ist, kann eine einfache Aufforderung wie z.B. : “Komm, ess doch, ich habe mir soviel Mühe beim kochen gegeben”, schon dafür sorgen das man wieder etwas isst, was man eigentlich nicht essen sollte. Daher ist es sehr wichtig das Sie sich während einer Diät die Mahlzeiten selbst zubereiten und auch schon selbst im Supermarkt zusammen stellen. Zum einkaufen gibt es auch noch einen kleinen Tipp, gehen Sie nie mit leerem Magen einkaufen. Dadurch wird es Ihnen schwerer fallen, auch wirklich nur das zu kaufen was Sie essen sollten. Man wird dann stark vom Hunger geleitet und kauft oft das falsche und was man dann zuhause hat isst man auch.

4. Es darf nicht zu gut schmecken

Wer ein paar Kilos zu viel auf den Rippen hat, durfte sich sicherlich schon mal den Spruch “Du siehst aus als ob es Dir schmeckt” anhören. Was ein dezenter Hinweis darauf ist das man als nicht gerade schlank gesehen wird, beschreibt aber auch gleichzeitig eines der Hauptprobleme. Menschen die wirklich nur dann essen wenn sie Hunger haben, sind nicht dick oder übergewichtig. Da wir aber aber praktisch immer und überall an Essen kommen, essen wir meist dann wenn wir einfach Lust darauf haben. Je leckerer das Essen ist, was da im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe auf uns wartet, umso größer ist auch die Lust darauf. Ein weiterer Punkt der uns immer wieder früher als nötig was essen läßt, ist die große Vielfalt. Zumindest ist das bei mir immer so, daher beschränke ich mich bei einer Diät auf wenige verschiedene Lebensmittel. Umso kleiner die Auswahl an Nahrungsmitteln ist, umso unwahrscheinlicher ist es auch, einfach nur aus Lust zu essen.

5. Ablenkung durch Musik

Zu einer guten Diät gehört auch Sport, wenn Sie Ausdauertraining zuhause auf dem Ergometer oder im Fitnessstudio betreiben, sollten Sie sich während dem Training durch Musik ablenken. Damit meine ich Musik die Sie gerne hören, im Studio ist das ja nicht immer möglich da dort alles mögliche gespielt wird. Besorgen Sie sich daher am besten, einen tragbaren CD- oder besser MP3 Player und laden Sie sich darauf Ihre Lieblingsmusik. Ausdauertraining läßt sich wesentlich besser durchhalten wenn man mit Musik abgelenkt wird. Bei meiner bisher erfolgreichsten Diät hatte ich zuhause einen Fahrradergometer und bin jeden Tag eine Stunde darauf gefahren. Ich konnte durch die Musik in regelrechte Trance geraten, wobei ich mich voll auf die Musik konzentrieren konnte, obwohl mein Puls bei ca. 130 Schlägen lag. Ich habe die Augen geschlossen und konnte mich quasi an einen anderen Ort denken, dennoch habe ich das Training natürlich gleichzeitig mit der geforderten Intensität durchgezogen. Musik die man mag, kann im Körper ähnliche Glücksgefühle auslösen wie der Genuß von Schokolade oder Sex. Musik während des Ausdauertrainings zu hören bietet also zwei große Vorteile. Zum einen läßt sich durch gute Musik wie gesagt das Ausdauertraining besser durchhalten, zum anderen verbindet man das Ausdauertraining aber dann auch mit schönen Gefühlen und sieht es nicht mehr so negativ und kann sich vielleicht sogar darauf freuen. Übrigens, auch beim Ausdauertraining ist der Anfang am unangenehmsten, nach etwa 20 Minuten sollte es leichter fallen.

von Alexander Mett, Team bewegung-und-ernaehrung.de

Bildquelle: © olly – Fotolia.com

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