Infarkt im Gehirn

Schlaganfall ist die dritthaeufigste Todesursache in Deutschland

Weder Mozart noch Grace Kelly oder Wolfgang Niedecken waren davor gefeit: Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Die auch als Hirninfarkt bekannte Durchblutungsstoerung des Gehirns ist die dritthaeufigste Todesursache in Deutschland. Anders als vielfach vermutet, ist sie jedoch keine reine Alterserscheinung. Wie Experten wissen, sind statistisch gesehen bis zu zehn Prozent der betroffenen Patienten unter 45 Jahre alt. Ein Schlaganfall in jungem Alter ist wegen der potenziellen Behinderung fuer den Rest des Lebens besonders tragisch, sofern die Betroffenen ueberleben. Denn rund 20 Prozent aller Schlaganfall-Patienten sterben binnen vier Wochen – mehr als ein Drittel der Betroffenen ueberleben das erste Jahr nach dem Schlaganfall nicht. Wie gut die Prognose der Patienten ist, haengt massgeblich davon ab, wie lange die Sauerstoffversorgung des Gehirns unterbrochen ist. Deshalb ist es wichtig, auftretende Symptome rechtzeitig richtig zu deuten. Doch wie erkennt man, ob jemand einen Schlaganfall hatte? Was sollte man zur Vorbeugung tun? Wie steht es im Todesfall um die Versorgung der Familie? Welche Leistung kann eine guenstige Risikolebensversicherung bieten? Diese und andere Fragen interessierter Leser beantworteten vier namhafte Spezialisten am 24. Mai 2012 am Telefon.

Am Telefon sassen fuer Sie:

Prof. Dr. Rolf Schneider, Neurologe, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Klinikum Aschaffenburg und wissenschaftlicher Berater der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Dr. Dr. Viktor Reichert, Chefarzt der Klinik fuer Gefaesschirurgie / Vaskulaere und Endovaskulaere Chirurgie am Klinikum Sindelfingen-Boeblingen

Petra Heidbrink, Supervisorin im Service- und Beratungszentrum der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Guetersloh

Dieter Sprott, Experte fuer Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen in Fuerth

Rund 270.000 Schlaganfaelle ereignen sich nach aktuellen Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe jedes Jahr. Etwa 200.000 davon treten erstmalig auf und treffen die Patienten unvorbereitet. Nach Einschaetzung von Experten muesste das nicht sein; Betroffene koennen bereits anhand ihres Lebensstils Rueckschluesse auf ihr Risikoprofil ziehen. Neben genetischen Faktoren wirkt sich vor allem hoher Blutdruck beguenstigend aus. „Die sogenannte arterielle Hypertonie erhoeht das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, um das Dreifache“, betont Dr. Dr. Viktor Reichert. Bluthochdruck sei deshalb so gefaehrlich, weil er die Entstehung und das Fortschreiten einer Arteriosklerose wesentlich verstaerke, erlaeutert der Chefarzt der Klinik fuer Gefaesschirurgie / Vaskulaere und Endovaskulaere Chirurgie am Klinikum Sindelfingen-Boeblingen. Bei juengeren Patienten steige das Risiko fuer arteriosklerotische Gefaessveraenderungen sogar um das Sechs- oder Achtfache. Allen, die einen Verdacht auf Bluthochdruck haben, raet Dr. Reichert zu einer gruendlichen Untersuchung beim Spezialisten.

Warnsignale nicht bagatellisieren
Neben rechtzeitiger Praevention sollten Maenner und Frauen auf moegliche Warnsignale achten. Denn in vielen Faellen kuendigt sich ein Schlaganfall durch Begleiterscheinungen an. Fluechtige Laehmungen, Gefuehls-, Koordinations- und Sprachstoerungen kommen nach den Erfahrungen von Prof. Dr. Rolf Schneider haeufig vor. „Etwa 70 Prozent dieser Warnsymptome sind jedoch nach spaetestens 15 Minuten wieder weg und werden daher oft nicht ernst genommen“, kritisiert der Chefarzt der Neurologischen Klinik am Klinikum Aschaffenburg. Dabei kommt es im Ernstfall vor allem auf Schnelligkeit an. Denn: „Hirnschaeden treten schon nach wenigen Minuten auf, koennen aber durch rasches Handeln begrenzt werden“, so Prof. Dr. Schneider. Im Idealfall koenne der Patient mit einer Lysetherapie behandelt werden, bei der das gefaessverschliessende Gerinnsel mithilfe von Medikamenten aufgeloest werde. Aber auch die umfassende Behandlung mit modernster Diagnostik und Therapie auf einer spezialisierten Schlaganfallstation (stroke unit) verbesserten die Chancen.

Rechtzeitig an Hinterbliebenenschutz denken
Trotz moderner Diagnose- und Behandlungsmethoden muss man sich jedoch bewusst sein, dass ein Schlaganfall in jedem Lebensalter toedlich enden kann. Besonders gravierend ist der Schicksalsschlag fuer junge Familien. Wenn im Todesfall das Einkommen des Hauptverdieners wegfaellt, kann daraus leicht ein finanzielles Fiasko werden. Um dies zu verhindern, ist eine langfristige finanzielle Absicherung ratsam. „Mit einer Risikolebensversicherung laesst sich ein hoher Versicherungsschutz sehr preiswert absichern“, erklaert Dieter Sprott. Beim Abschluss muesse allerdings auf eine angemessen hohe Versicherungssumme von mindestens fuenf Brutto-Jahresgehaeltern geachtet werden, ergaenzt der Experte fuer Vorsorge bei den Ergo Direkt Versicherungen. Die Laufzeit sollte sich an einem Zeitpunkt orientieren, an dem die Kinder beruflich auf eigenen Beinen stehen. Die Risikolebensversicherung von Ergo Direkt – Platz 1 beim Finanztest der Stiftung Warentest – bietet sich gerade zur Absicherung junger Familien an. Da nur der Todesfall versichert ist, sind fuer niedrige Beitraege hohe Versicherungssummen moeglich.

Verlust an Selbstbestimmung fuehrt zu Depressionen
Dennoch ist der Schlaganfall die haeufigste Ursache fuer Behinderung. Bisherige Alltaeglichkeiten, wie Schuhe zubinden, werden fuer die Betroffenen ploetzlich zur Belastung. Zusaetzlich macht der Verlust an Selbstbestimmung vielen Patienten sehr zu schaffen und fuehrt haeufig zu Depressionen. „Die psychischen Veraenderungen entstehen in vielen Faellen auch direkt durch die schlaganfallbedingten Hirnfunktionsausfaelle“, erklaert Petra Heidbrink. Die Supervisorin im Service- und Beratungszentrum der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Guetersloh raet Angehoerigen, viel Zeit und Geduld aufzubringen, um dem Betroffenen bei der Krankheitsbewaeltigung zu helfen. Wichtige psychosoziale Unterstuetzung koennen nach Heidbrinks Erfahrung zudem regionale Schlaganfall-Selbsthilfegruppen bieten.

Experteninterview zum Thema „SCHLAGANFALL“
mit Prof. Dr. Rolf Schneider, Neurologe, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Klinikum Aschaffenburg und wissenschaftlicher Berater der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

1. Schlaganfall ist die dritthaeufigste Todesursache in Deutschland. Wie ist das gemeint? Kann der Hirninfarkt an sich toedlich sein oder geht es um die Folgen?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Beides ist richtig. Die generelle Aussage bezieht sich allerdings auf den Schlaganfall als unmittelbare Todesursache. Aber auch die mittelbaren Folgen eines Schlaganfalls koennen langfristig das Leben verkuerzen.

2. Rund ein Fuenftel der Patienten sterben binnen vier Wochen. Weitere knapp 40 Prozent innerhalb eines Jahres. Wie kommt das?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Einige Schlaganfallarten, zum Beispiel Hirnblutungen, haben primaer schon eine Sterblichkeit von 50 Prozent. Bei anderen ist der Schlaganfall ein Indikator fuer weitere Gefaessleiden, beispielsweise eine Erkrankung der Herzkranzgefaesse, oder auch fuer bestimmte Risikofaktoren, wie Bluthochdruck oder Diabetes. Die Patienten koennen somit im weiteren Verlauf auch an anderen Krankheiten sterben.

3. Hat die Zahl der Schlaganfaelle zugenommen? Was erwarten Sie fuer die Zukunft?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Die Zahl der Schlaganfaelle hat schon aus demografischen Gruenden zugenommen und wird auch weiter steigen. Je aelter unsere Bevoelkerung wird, desto mehr Schlaganfaelle wird es geben.

4. Gilt der Schlaganfall immer noch als Alterserscheinung? Wie hoch ist der Prozentsatz der Betroffenen, die unter 30 oder 40 Jahre alt sind?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Schlaganfaelle nehmen mit zunehmendem Alter zu. Sie kommen jedoch auch bei Juengeren vor. In der Alterskohorte der 35- bis 44-Jaehrigen betraegt der Anteil an allen Schlaganfaellen etwa zwei Prozent.

5. Wie kommt es, dass immer haeufiger juengere Menschen gefaehrdet sind? Welche Altersgruppe ist dabei besonders betroffen?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Wir haben zunehmend ein Ernaehrungsproblem bei jungen Menschen: zu viel kalorienreiche Nahrung, zu wenig Bewegung. Bis sich dies unguenstig auswirkt, vergeht einige Zeit. Wir werden dann aber den groessten Zuwachs bei den „Mittelalten“, d. h. den 40- bis 60-Jaehrigen zu verzeichnen haben.

6. Sind Frauen weniger schlaganfallgefaehrdet als Maenner? Warum?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Das galt vielleicht frueher einmal. Inzwischen sind Frauen nicht mehr weniger gefaehrdet als Maenner. In der Erkrankungsstatistik haben sie die Maenner laengst eingeholt.

7. Bei Schlaganfall denkt man sofort an einen Gefaessverschluss. Es gibt aber auch Gehirnblutungen. Wann treten diese auf und warum?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Hirnblutungen koennen entstehen, weil ein Gefaess durch hohen Blutdruck platzt oder weil eine Gefaessaussackung – ein sogenanntes Aneurysma – platzt. Auch uebermaessiger Alkoholgenuss erhoeht das Risiko. Der Zeitpunkt, wann eine solche Blutung auftritt, ist nicht prognostizierbar. Es sind nur Aussagen zum Risiko moeglich.

8. Wie kann man einem Schlaganfall vorbeugen und ab welchem Alter sollte ich mit der Praevention beginnen?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Mit der Praevention kann man nicht frueh genug beginnen – am besten in der Jugend. Denn in jungen Jahren wird das Gesundheitsverhalten haeufig noch durch Vorbilder gepraegt. Insofern sollten Eltern, die ein Stueck fuer die spaetere Gesundheit ihrer Kinder mitverantwortlich sind, mit einer ausgewogenen Ernaehrung, ausreichender Bewegung, maessigem Alkoholkonsum und Nichtrauchen mit gutem Beispiel vorangehen. Im uebrigen gelten die bekannten Regeln: Schlank – aber nicht duenn – und beweglich bleiben.

9. Gibt es konkrete Warnsymptome vor einem Schlaganfall?
Prof. Dr. Rolf Schneider: In vielen Faellen kuendigt sich ein Schlaganfall durch Begleiterscheinungen an. Fluechtige Laehmungen, Gefuehls-, Koordinations- und Sprachstoerungen kommen haeufig vor. Etwa 70 Prozent dieser Warnsymptome sind jedoch nach spaetestens 15 Minuten wieder weg und werden daher oft nicht ernst genommen.

10. Woran merkt man, dass man einen Schlaganfall hatte?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Laehmungserscheinungen einer Koerperhaelfte, Taubheitsgefuehle, Sprachstoerungen oder starke Kopfschmerzen koennen moegliche Indizien sein. Oft ist es jedoch so, dass die Familie noch vor den Betroffenen merkt, dass etwas nicht stimmt. Dies gilt beispielsweise fuer den herunterhaengenden Mundwinkel, der haeufig infolge einer halbseitigen Gesichtslaehmung als Indiz fuer einen Schlaganfall auftritt.

11. Wann treten Hirnschaedigungen auf und wie werden sie behandelt?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Hirnschaeden treten schon nach wenigen Minuten auf, koennen aber durch rasches Handeln begrenzt werden. Im Idealfall kann der Patient einer Lysetherapie zugefuehrt werden, bei der das gefaessverschliessende Gerinnsel mit Medikamenten wieder aufgeloest wird. Aber auch die umfassende Behandlung auf einer spezialisierten Schlaganfallstation (stroke unit) verbessert die Chancen.

12. Mit welchen Problemen sehen sich Patienten nach einem Schlaganfall konfrontiert?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Der Schlaganfall ist die haeufigste Ursache fuer Behinderung. Bisherige Selbstverstaendlichkeiten, wie beispielsweise Schuhe zubinden, werden ploetzlich zum Problem. Am schlimmsten ist wohl der mit der Behinderung verbundene Verlust an Selbstbestimmung. Viele Patienten leiden sehr darunter und werden aus diesem Grund depressiv.

Die meistgestellten Leserfragen am Expertentelefon „SCHLAGANFALL“ am 24.05.2012

1. Mein Grossvater ist an Schlaganfall gestorben. Bin ich ebenfalls gefaehrdet?
Prof. Dr. Rolf Schneider, Neurologe, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Klinikum Aschaffenburg und wissenschaftlicher Berater der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Ein genetischer Faktor spielt bei der Bemessung des Schlaganfallrisikos sicher eine Rolle, sollte aber nicht im Sinne einer 1:1-Ableitung gedeutet werden. Entscheidend ist, ob Sie das gleiche Risikoprofil wie Ihr Grossvater aufweisen – mit Faktoren wie zu hohem Blutdruck, Diabetes, uebergewicht, Bewegungsmangel, vermehrter Alkoholkonsum oder Rauchen – und ob Sie mit Sport, der Reduzierung des Koerpergewichts und / oder Medikamenten aktiv etwas unternehmen, um beispielsweise Ihren Blutdruck zu senken oder andere Risikofaktoren positiv zu beeinflussen.

2. Gibt es Moeglichkeiten, festzustellen, wie es um die Gesundheit meiner Gefaesse bestellt ist?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Es gibt zunaechst die Moeglichkeit einer klinischen Untersuchung beispielsweise mit dem Tasten der Gefaesspulse und Abhoeren mit dem Stetoskop sowie die Moeglichkeit einer Dopplersonografie (Ultraschalluntersuchung). Weitergehende Untersuchungsmethoden, wie zum Beispiel die Angiografie, bleiben Patienten vorbehalten, bei denen spezielle Fragestellungen vorliegen. Da einige dieser Untersuchungen mit Risiken und / oder Strahlenbelastung verbunden sind, sollte der Nutzen stets gut abgewogen werden.

3. Meine Cholesterinwerte sind zu hoch. Wie kann ich dennoch einem Schlaganfall vorbeugen?
Prof. Dr. Rolf Schneider: Cholesterin spielt als Schlaganfall-Risikofaktor kaum eine Rolle. Nur wenige Studien haben bisher einen Zusammenhang gesehen. Dieser war allerdings nur gering ausgepraegt. Im Hinblick auf einen Schlaganfall muessen Sie sich insofern keine Sorgen machen. Sie sollten allerdings auf Ihr Herzinfarktrisiko achten und mit Ihrem Arzt genau abklaeren, ob eine aenderung des Lebensstils ausreicht oder ob vielleicht eine medikamentoese Therapie notwendig ist, um die Cholesterinwerte zu senken.

4. Ich bin Mitte 40 und mein Arzt sagt, mein Gefaesszustand sei altersentsprechend. Wie habe ich das zu verstehen?
Dr. Dr. Viktor Reichert, Chefarzt der Klinik fuer Gefaesschirurgie / Vaskulaere und Endovaskulaere Chirurgie am Klinikum Sindelfingen-Boeblingen: Grundsaetzlich ist das noch kein Grund zur Beunruhigung, denn arteriosklerotische Erkrankungen treten in der Regel deutlich spaeter auf. Allerdings muss man feststellen, dass die Altersgrenze merkbar sinkt. Lag 1980 das Durchschnittsalter von Schlaganfall-Patienten noch bei 72 Jahren, wurde bereits 1993 bei Betroffenen ein durchschnittliches Alter von 64 Jahren festgestellt. Zudem kommt es vor, dass juengere Patienten zwischen 15 und 45 Jahren einen Schlaganfall erleiden. Statistisch gesehen sind bis zu zehn Prozent der Schlaganfall-Patienten unter 45 Jahre alt. Ein Schlaganfall in jungem Alter ist wegen der potenziellen Behinderung fuer den Rest des Lebens besonders tragisch.

5. Meine Blutdruckwerte weisen manchmal Spitzen auf. Muss ich mir da Sorgen machen?
Dr. Dr. Viktor Reichert: Hohe Blutdruckwerte muessen als Hauptrisikofaktor fuer die Entwicklung eines Schlaganfalles angesehen werden. Die sogenannte arterielle Hypertonie erhoeht das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, um das Dreifache. Der Bluthochdruck ist deshalb so gefaehrlich, weil er die Entstehung und das Fortschreiten einer Arteriosklerose wesentlich verstaerkt. Bei juengeren Patienten steigt das Risiko fuer arteriosklerotische Gefaessveraenderungen sogar um das Sechs- oder Achtfache. Aus diesen Gruenden wuerde ich empfehlen, dass Sie umgehend einen Spezialisten aufsuchen, der sich mit arteriellen Hypertonien beschaeftigt und Sie gruendlich untersucht. Wenn sich der Verdacht auf Bluthochdruck bestaetigt, sollte eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden.

6. Meiner Mutter ist haeufig schwindelig. Koennte das moeglicherweise ein Vorbote fuer einen Schlaganfall sein?
Dr. Dr. Viktor Reichert: Schwindel ist keine eigenstaendige Krankheit, sondern ein haeufiges Symptom einer Erkrankung des Nervensystems. Er kann voruebergehend oder auch chronisch auftreten. Seine Ursachen sind vielfaeltig. Er kann durch ungewohnte Sinnesreizungen oder in Folge einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder durch Funktionsstoerungen im Gehirn entstehen. Seelische Vorgaenge koennen Schwindel ebenso hervorrufen wie Arzneimittel. In manchen Faellen kann eine mangelnde Sauerstoffversorgung oder niedriger Blutdruck zu Schwindel fuehren. Nichtsdestotrotz koennen Schwindelgefuehle auch Vorbote eines Schlaganfalles sein. Aus diesem Grunde sollte man einen Spezialisten aufsuchen, der die Ursache des Schwindels feststellt und behandelt.

7. Meine Schwester ist alleinerziehende Mutter mit einem stressigen Job – welche Grundabsicherung empfehlen Sie ihr?
Dieter Sprott, Experte fuer Vorsorge bei den Ergo Direkt Versicherungen: Zur Absicherung der existenziellen Risiken ist eine private Haftpflichtversicherung sowie eine Berufsunfaehigkeitsversicherung unabdingbar. Damit das Kind im schlimmsten Fall nicht mittellos ist, gehoert zudem eine angemessene Risikolebensversicherung unbedingt zur Vorsorge. Fuer das Alter ist neben der Riester-Rente eine zusaetzliche private Altersvorsorge als Grundabsicherung sinnvoll.

8. Ich habe zwei Kinder, die ich gern absichern moechte, und hatte dazu an eine Risikolebensversicherung gedacht. Ist das Ihrer Meinung nach die sinnvollste Versicherungsart und, wenn ja, wie hoch soll ich abschliessen?
Dieter Sprott: Da im Todesfall das einzige Einkommen wegfaellt, ist eine langfristige finanzielle Absicherung der Kinder notwendig. Mit einer Risikolebensversicherung laesst sich ein hoher Versicherungsschutz sehr preiswert absichern. Allerdings sollte beim Abschluss auf eine angemessen hohe Versicherungssumme von mindestens fuenf Brutto-Jahresgehaeltern geachtet werden. Die Laufzeit sollte entsprechend bis zu einem Zeitpunkt festgelegt werden, an dem die Kinder beruflich auf eigenen Beinen stehen.

9. Ich bin Raucher, leide unter hohem Blutdruck und habe Angst vor einem Schlaganfall. Kann ich fuer die Versorgung meiner Familie trotzdem eine Risikolebensversicherung abschliessen?
Dieter Sprott: Bei der Beantragung einer Risikolebensversicherung gibt es einige Gesundheitsfragen, die wahrheitsgemaess beantwortet werden muessen. Denn bei bestimmten Vorerkrankungen kann der Versicherer sogenannte Risikozuschlaege verlangen. Bei Ergo Direkt Versicherungen gibt es allerdings einen eigenstaendigen „Raucher-Tarif“. Ob Sie die gewuenschte Versicherung abschliessen koennen, erfahren Sie am schnellsten am Telefon mit dem „Sofort-Zusage-Check“: Einfach bei Ergo Direkt anrufen und Gesundheitsfragen klaeren.

10. Ein Bekannter kann nach einem Schlaganfall nicht mehr richtig sprechen. Welche ambulanten Behandlungsmoeglichkeiten gibt es?
Petra Heidbrink, Supervisorin, Service- und Beratungszentrum der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Eine haeufige Folge des Schlaganfalls sind Sprach-, Sprech- und Schluckstoerungen. Diese werden von einem Logopaeden diagnostiziert und behandelt, um die Kommunikationsfaehigkeit des Patienten zu erhalten oder entsprechend zu verbessern. Jede logopaedische Therapie beginnt mit der Erhebung der Krankengeschichte und einer ausfuehrlichen Diagnostik. Die Therapieziele orientieren sich an den Stoerungsschwerpunkten.

11. Das Wissen, nie mehr so aktiv sein zu koennen wie frueher, macht meinem Vater nach einem Schlaganfall sehr zu schaffen. Wie kann ich ihm helfen, das Leben trotzdem lebenswert zu finden?
Petra Heidbrink: Als Reaktion auf die ploetzlich veraenderte Lebenssituation koennen sich seelische Probleme einstellen. Ein Betroffener braucht viel Zeit und Unterstuetzung – sowohl von seiner Familie als auch von Fachleuten –, um diesen Prozess der Krankheitsverarbeitung zu bewaeltigen und im Alltag wieder Fuss zu fassen. Hilfreich koennte es beispielsweise sein, wenn Sie Ihren Vater zur Teilnahme an einer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe bewegen. Solche Gruppen, die Betroffenen und Angehoerigen eine Anlaufstelle fuer Fragen und Probleme bieten und so eine wichtige psychosoziale Unterstuetzung bei der Bewaeltigung der Krankheitsfolgen leisten, gibt es in ganz Deutschland. Adressen von Selbsthilfegruppen in Ihrer Naehe gibt es beispielsweise bei der Deutschen Schlaganfall-Hilfe im Internet unter http://www.schlaganfall-hilfe.de/selbsthilfegruppen.

12. Bei einem Patientenbesuch in der Reha-Klinik ist mir aufgefallen, dass Schlaganfall-Patienten haeufig deprimiert sind. Gibt es da einen Zusammenhang? Was wird dagegen getan?
Petra Heidbrink: Depressionen und depressionsaehnliche Zustaende kommen nach Schlaganfaellen haeufig vor. Sie koennen Auswirkungen unterschiedlicher Stoerungen sein, wie zum Beispiel Probleme bei der Krankheitsverarbeitung oder etwa ueberlastungserscheinungen. Die psychischen Veraenderungen entstehen in vielen Faellen auch direkt durch die schlaganfallbedingten Hirnfunktionsausfaelle. Welche Stoerungen vorliegen und wie sie sich behandeln lassen, erfahren Sie vom behandelnden Klinikarzt.

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