Das mediale Versorgungsangebot „net-step“

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Depressionen. Allerdings ist die Versorgungssituation für die Betroffenen oft nicht zufriedenstellend, Therapieplätze sind auf Monate im Voraus ausgebucht, eine Akut-Behandlung ist nur bei wenigen speziellen Therapiezentren möglich. Das St. Alexius/St. Josef-Krankenhaus ist seit Jahren als Zentrum für seelische Gesundheit erfahren in der Behandlung von Depressionen, sozialen Ängsten und Panikstörungen und bietet seit 2011 ein vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in NRW offiziell anerkanntes Modellprojekt an, das Patienten eine Internet-Therapie bietet, die durch ein persönliches Vor- und Nachbereitungsgespräch begleitet wird. Sämtliche therapeutischen Sitzungen finden nach dem ersten persönlichen Gespräch dann online statt.

Die Pilotphase von gut einem halben Jahr verlief sehr erfolgreich, so dass seit Juli 2012 die Hauptphase des Projektes läuft, die 2013 auslaufen wird. Diese Form von Therapie wird in anderen Ländern bereits seit längerer Zeit mit Erfolg angeboten und findet Unterstützung von Seiten der Gesundheitspolitik und der Krankenkassen. Behandelt werden können mit dem Therapieprogramm mittelschwere Depressionen, soziale Phobien und Panikstörungen. Das Angebot ist unter www.net-step.de erreichbar, hier können sich Interessenten auch direkt bei der Studie anmelden, oder zunächst einen Selbsttest machen und anhand eines Fragenkataloges erkennen, ob eine Depression vorliegt.

Auf der Info-Seite zum Thema Depressionen können sich Betroffene oder Angehörige zudem über das Krankheitsbild und die Internet-Therapie informieren. Eine Anmeldung ist ebenfalls direkt online möglich, jedoch ist das persönliche Erstgespräch vor Ort in Neuss obligatorisch. Aktuell sind noch Anmeldungen für das Projekt möglich, die Gesamtzahl der Teilenehmer ist jedoch begrenzt. Allerdings deuten die bisherigen positiven Erfahrungen darauf hin, dass das Projekt auch über 2013 angeboten wird. Denkbar ist vielmehr, dass das Projekt Schule machen wird und auch weitere Therapiezentren ihr Angebot um eine Internet-Therapie erweitern. Kosten entstehen den Teilnehmern an dem Internet-Therapieprogramm in der Modellphase keine, die AOK Rheinland/Hamburg übernimmt die Therapiekosten, mit weiteren Krankenkassen laufen Gespräche auf Kostenübernahme.

Bildquelle: © JackF – Fotolia.com

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